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WebSite von Andrea Neumann und Alexander Mikula

Wir sind künstlerische Fotografen und Digital Artists.

blog

AKIA in Bewegung

Alexander Mikula

 

2013 haben wir ein neues Medium für unsere künstlerischen Aktivitäten entdeckt. Das bewegte Bild.

Auto im Kreis, David

Auto im Kreis, David

...und beginnen einmal mit einem animated gif. 

Gleiches Setting, mehrere Bilder, ein Teil der sich verändert, na das ist ja zu schaffen.
Sehr fein!

 

Der Schatten des Hasen - Ein kurzer Film

Unser Ostergrußvideo, eine kleine Hommage an den Horrorfilm.

Das ist schon eine etwas größere Herausforderung. 

Das beginnt mit Idee, Storyboard/Drehbuch, wie viele Szenen wollen wir drehen, Requisiten, Hasen, Dramaturgie, Regie, Set/Filmkulisse. Beim Dreh selbst. Die erste Herausforderung: Wie schmilzt Osterhase aus Schokolade in annehmbarer Form? Nach mehreren Versuchen war ein Fön das Mittel der Wahl. Und es brauchte vier große Schokohasen, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen, aber die wurden ratzeputz auch als geschmolzene Häufchen sehr gut "verwertet" – Hüftgold.

Tatort Küche

Tatort Küche

Das Opfer

Das Opfer

Super 8 Overlay

Super 8 Overlay

Nach dem Dreh, Filmmaterial sichten, schneiden, Effekte platzieren. Und noch die nächste Dimension eines Filmes, der Ton. Musik, die zur Szene passt, die richtige Länge hat, ist nicht so leicht zu finden. Aber geschafft.

Sehr dramatisch!

 

Kartonschlacht - ein StopMotion Abenteuer

Für zwischendurch - eine kurze StopMotion Produktion von einem Kindernachmittag mit Monstern aus Verpackungsmaterial und einer turbulenten Kartonschlacht. 

Einfach Fotokamera auf ein Stativ und ab und zu abdrücken, Bilder zusammenfügen und ab die Post.

Eine nette Erinnerung und die Buben finden´s COOL!

 

A little bit more 

Wie wäre es aber doch mit einer Animation?


Unser Weihnachtsgrußfilm -  eine Visualisierung mit Text eines Ausschnitts aus "The Grinch“ von Dr. Seuss.

Da wird´s schon etwas trickreicher. Neben dem Grundlagen eines Filmes kommen noch:

Scribbeln der einzelnen Szenen und ein striktes Storyboard, Figuren und Gegenstände sind zu erstellen, zu zeichnen(!), anzumalen, auszuschneiden, ...

Der Text und die Scribbels

Der Text und die Scribbels

Das Set

Das Set

Die Akteure

Die Akteure

...das Set aufzubauen, das richtige Licht zu finden, den Dreh zu koordinieren, auf nix zu vergessen (vor allem bei Szenenwechsel) und wer spricht den Text?
Da gibt´s mehr als nur eine Stolperfalle und einiges davon kommt erst bei der Nachbearbeitung ans Licht oder Ohr.

Beim nächsten Mal. A little bit more!

 

und wir bleiben auch 2014 in Bewegung

StopMotion Animation mit selbst erstellten Characters

Vom Loch im Strumpf oder warum Irritation Bilder interessanter macht

Alexander Mikula

Light Of My Life_AMI6033-1126.jpg

Zu dem Bild "Light of my Life" (aus der Unreal Exhibition) bin ich wiederholt gefragt worden, ob die Löcher in den Strümpfen Absicht waren.

Gute Frage. Absicht, natürlich. Das ganze Bild ist bewusst komponiert.

Würde das Bild ohne die Löcher auch funktionieren? Ja, schon. Aber vermutlich nicht so gut. Warum das so ist, hat viel damit zu tun wie wir entscheiden ob wir unsere Zeit darauf verwenden sollen ein Bild länger anzusehen.

Aufmerksamkeit erregen: Den Betrachter dazu bringen das Bild anzusehen.

Wenn der Betrachter ein Bild sieht, dann entscheidet er in kürzester Zeit ob er es näher ansehen will oder nicht. Nur wenn etwas das Interesse weckt, wird es überhaupt angesehen. Das tut es zum Beispiel, wenn uns das abgebildete Thema gerade beschäftigt - ich will ein neues Fahrrad haben, deshalb fallen mir Bilder mit Rädern auf. Nachdem uns sicherlich nicht alle das gleiche beschäftigt, müssen wir den Betrachter anders einfangen. Etwa mit einer Emotion. Das Bild vom Sonnenuntergang am Meer weckt angenehme Erinnerungen; deshalb tendieren wir dazu es anzusehen. Eine andere Möglichkeit ist die Irritation. Etwas Unerwartetes. Ein Bild von einer Frau ist nichts besonderes. In Strumpfhose? Haben wir auch schon 1000x gesehen. Sie hat einen Lampenschirm am Kopf. Was?! Wir sehen hin.

Interesse wecken: Den Betrachter dazu bringen sich mit dem Bild zu beschäftigen.

Nachdem wir die Aufmerksamkeit des Betrachters jetzt haben, wollen wir ihn so lange wie möglich bei dem Bild halten. Dazu habe ich in das Bild kleine Anomalien eingearbeitet, die den Betrachter dazu verleiten, sich weiter mit dem Bild zu beschäftigen. Ganz der Jäger auf der Suche nach Beute. Und wenn wieder ein Detail gefunden ist das nicht auf den ersten Blick offensichtlich war, dann fühlt sich der Betrachter belohnt, sucht weiter und riskiert einen zweiten Blick.

Löcher in Strümpfen? Die sind auf einem Porträt ungewöhnlich und deshalb interessant. Das ist für mich auch der Grund, warum viele Bilder nur kurz funktionieren. Wenn wir nichts Neues finden, nichts Ungewöhnliches, dann wird es langweilig und der Betrachter zieht weiter. Wer einen Sonnenuntergang am Meer gesehen hat, hat sie alle gesehen. Außer am Horizont steht eine Kuh und sieht uns an. Seht ihr was ich meine?

In "Light of my Life" gibt es übrigens mehrere Dinge zu entdecken: den Lampenschirm anstelle des Kopfes, das Gesicht des Models, welches sich mehrfach in den Linsen des Schirms zeigt, die Löcher in den Strümpfen, die lackierten Zehennägel und die Tatsache, dass die Szene in einer Küche spielt - und die Lampe eindeutig aus einem Wohnzimmer ist. Die letzte Dissonanz in dem Bild ist übrigens der Titel. Denn der gehört ja auch dazu...

Lesetipp: Werner Gaede: Abweichen von der Norm (Wirtschaftsverlag Langen Müller Herbig)

Making Of: Fliegende Bälle

Alexander Mikula

In unserer aktuellen Ausstellung Unreal Exhibition ist ein Bild das für Spekulationen ob der Herstellung gesorgt hat: Fin du jeu

Fin du jeu_AMI7851-987.jpg

So ein Bild zu machen ist eigentlich nicht schwierig, braucht aber Vorbereitung.

Möglichkeiten, die Bälle zum Fliegen zu bringen

Das Konzept sieht einen Stuhl vor, der auf einem leeren Feld steht und von fliegenden Bällen umgeben ist. Das mit dem Stuhl ist einfach - die Geschichte mit den Bällen nicht so. Einfach sehr viele Bälle in die Luft zu werfen und beim Fallen zu fotografieren ist nicht wirklich eine Lösung - wer hat schon so viele Bälle, sie fallen nicht gleichmäßig und wer kann schon 36 Bälle gleichzeitig in die Luft werfen. Die Bälle von einem Helikopter abzuwerfen (danke für den Vorschlag, Michael) ist, na, auch nicht das Gelbe vom Ei. Die Bälle mit CGI in das Bild zu rendern ist zwar eine Möglichkeit; das realistisch zu machen ist allerdings alles andere als einfach. Was also tun?

Einzelaufnahmen der fliegenden Bälle

Wir haben einfach den Sessel in die Landschaft gestellt, die Kamera auf ein Stativ getan, Funk-Fernauslöser dran und das erste Bild gemacht.

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Und dann haben wir unseren schönen und einzigen Ball geworfen. Immer und immer wieder. Und dabei darauf geachtet, dass wir die Fotos von dem fliegenden Ball so machen das er möglichst immer an einer anderen Stelle ist und auch der Vordergrund und der Hintergrund des Bildes "beworfen" wird. Das gibt mehr Tiefe. Die Geschichte klingt einfacher als sie ist - sich zu merken, wo der Ball schon überall war, ist ebenso eine Herausforderung wie ihn mit der richtigen Geschwindigkeit an die richtige Stelle zu werfen. Das geht eigentlich nur zu zweit. Und, ja, es ist anstrengend. In Summe haben wir ca. hundert Fotos von einem fliegenden Ball.

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Wichtig ist dabei auch das sich die Lichtverhältnisse bei den Aufnahmen möglichst nicht ändern - sonst wird die Montage im Photoshop mühsam.

Fliegende Bälle in Photoshop montieren

Um alle Bälle gleichzeitig im Bild zum Fliegen zu bringen, werden die einzelnen Bilder als Ebenen in Photoshop eingefügt, das Bild ohne Bälle ist die unterste Ebene. Das Ausrichten sollte ganz einfach gehen, deshalb haben wir ja vom Stativ fotografiert: immer die gleiche Perspektive. Da wir von den Bildern mit dem Ball immer nur den Ball selbst brauchen, bekommen die Ball-Ebenen eine völlig schwarze Ebenenmaske - und die Bälle werden mit weiß wieder zurück ins Bild gemalt. Diese Maske muss nicht sehr genau sein - der Hintergrund ist ja korrekt. Deshalb geht das recht schnell; man muss nur aufpassen das sich keine Bälle unlogisch überschneiden. Zum Abschluss bekommt das Bild noch Haptik je nach Geschmack - bei "Fin du jeu" sind das angepasste Kontrastkurven und ein paar maskierte Strukturüberlagerungen samt Toning - und das war's auch schon.

Vorteil dieser Methode

Der Vorteil dieser Methode ist, das man sich über Perspektive und Licht nur einmal den Kopf zerbrechen muss - und zwar vor dem Foto. Deshalb entsteht bei der Montage an dieser Stelle kaum Aufwand. Das gilt auch für die Drehbewegung des Balles und die Bewegungsunschärfe. Einen Ball freistellen und x-mal in das Bild kopieren ist einfach nur mit sehr hohem Aufwand realistisch zu bekommen. Und ich bin doch dafür, dass man fotografisch machen sollte was fotografisch geht - und Photoshop nur dort einsetzt, wo's nicht anders geht oder der Aufwand zu groß wäre.

Der Helikopter wäre aber schon toll gewesen...

Rund um die Ausstellung: Was alles zu tun ist

Alexander Mikula

Ausstellungen sind viel Arbeit. Auch solche bei denen die Bilder nur virtuell gezeigt werden – wie bei unserer aktuellen Veranstaltung Unreal Exhibition. Und ich spreche da nicht von den Arbeiten selber, sondern vom unvermeidlichen Drumherum…

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Wie oft haben wir das gehört: „Oh, ihr stellt nur im Internet aus? Na, da habt ihr es ja leicht“. Leicht? Wirklich? Ich gebe ja zu, wir ersparen uns die Ausarbeitung der Bilder, die Freuden des An- und Abtransports samt Hängung und die Lagerung. Das war’s dann aber auch schon. All die anderen zeitraubenden Sachen die ja eigentlich nicht direkt mit den Arbeiten zu tun haben, sind noch immer notwendig und erfordern einiges an herumlauferei...

Um das ein wenig zu illustrieren schreibe ich hier mal eine kleine Aufstellung der Tätigkeiten zusammen, die aus unserer Sicht für eine Ausstellung unerlässlich sind – vor allem wenn man keine große Institution ist und selbst für die Organisation sorgen muss:

Location für Opening und/oder Ausstellung finden

Selbst wenn die Ausstellung virtuell ist wie in unserem Fall ist doch ein Opening Event (vulgo: Vernissage) eine gute Idee. Das macht auf die Ausstellung aufmerksam, man hat direkten Kontakt zum eigenen Publikum, kann sich Feedback abholen und vielleicht sogar den einen oder anderen Verkauf tätigen. Und ein Event ist immer auch eine gute Visitenkarte und die Gelegenheit andere Leute kennenzulernen – und die Liste seiner Kontakte zu erweitern. Wir brauchen doch alle die Öffentlichkeit, oder?

Wo bekomme ich eine Location her: Am besten einfach umsehen.

  • Wo stellen die anderen aus?
  • Welche Locations wurden beim letzten Festival (z.B. eyes on – Monat der Fotografie) bespielt?
  • Was sagen die Interessensgemeinschaften (z.B. IG Kultur oder IG Bildende Kunst)?
  • Steht wo eine Wohnung leer, ein Geschäftslokal vielleicht?
  • Zeitungen sind auch ein guter Tipp (z.B.: Falter).
  • Gemeinsam mit einer anderen Gruppe oder einem anderen Künstler (z.B. uns), vielleicht, oder in einem Vereinslokal (z.B.: Q-Pro)?
  • Auch Universitäten sind eine Möglichkeit und Ämter.

Es gibt wirklich vieles – man muss sich einfach nur antun danach zu suchen.

PR Strategie für die Ausstellung festlegen

Was nutzt die beste Ausstellung wenn keiner davon weiß und wir bei der Eröffnung alleine da stehen (das ist die Ur-Angst aller Ausstellenden. Glaubt mir. Ihr seid nicht alleine damit). Also muss die das geneigte Publikum, das nach unserem Event nur so lechzt, informiert werden damit sie möglichst zahlreich erscheinen.

Was heißt jetzt Strategie: Es ist deutlich leichter sein Publikum zu erreichen wenn man weiß wer das eigentlich ist. Fotoliebhaber? Tierfreunde? Eher jüngere Menschen? Zumindest eine grobe Ahnung hilft da schon – sonst muss man mit der Gießkanne auf sich aufmerksam machen und das kostet Zeit und nicht selten Geld. Kennt man seine Dialoggruppen (ha, jetzt ist es draußen, das böse Wort) dann kann man beginnen zu planen was man in welcher Reihenfolge wie oft und wann tut. Am besten ist das wirklich auch ein schriftlicher Plan, sonst geht das in der Hitze des Gefechts unter.

PR Maßnahmen für die Ausstellung durchführen

Abgesehen von allen Aktivitäten die auch ohne eine aktuelle Ausstellung laufen (sollten) gibt es unzählige Möglichkeiten was zu tun:

  • Flyer / Postkarten: nicht teuer, lassen sich gut in großen Mengen herstellen und gezielt verteilen – vor und während der Veranstaltung. Und nette Exemplare werden gerne auch aufgehoben und in Tagebücher geheftet .
  • Newsletter: einfach zu erstellen und funktionieren sehr direkt. Allerdungs setzt das voraus dass man bereits Adressen hat. Deshalb sollten bei Veranstaltungen auch immer Kontaktlisten aufliegen. Achtung hier auf das Medienrecht – wann wer einen Newsletter bekommen darf ist gesetzlich geregelt.
  • Website / Blog: Wenn ich von einem Event gehört habe und interessiert bin, dann werde ich ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit im Netz suchen. Gut wenn dann eine Site auftaucht bei der ich alle wichtigen Infos finde. Alle! Im ernst – es ist mir nicht einmal passiert das auf einer Veranstaltungsseite entweder der Ort oder das Datum oder die Öffnungszeiten gefehlt haben. Das kann nicht sein…
  • Social Media: Twitter, Facebook, Google Plus, Xing – wie sie alle heißen. Hier lässt sich gut veröffentlichen, gut aufmerksam machen. Die Frage ist allerdings: ist mein Publikum dort auch und lesen sie mit? Habe ich bereits eine Beziehung mit ihnen? Wenn nicht, dann werden die Ankündigungen wohl kaum wahrgenommen und wenn schon, dann als nervig. Wirklich funktionieren wird eine Social Media Kampagne wohl eher dann wenn ich bereits mit anderen interagiere, regelmäßig poste und kommentiere. Einmal im Jahr ein „ich mache eine Ausstellung. Die ist voll toll!“ zu posten wird keinen locken. „Bitte like mein Event“ wohl auch nicht (nuthin‘ said)
  • Online Dienste: Es gibt unzählige online Presse- und Veranstaltungsdienste. eSeL ist einer davon. Der APA Termindienst ein weiterer. Sein Event hier einzutragen ist deshalb gut weil es dadurch im Rang bei Google ansteigt (Referenzen), online Journalisten auch Daten brauchen, viele diese Dienste Newsletter mit Veranstaltungshinweisen an Abonnenten schicken. Und man kann darin suchen.
  • Plakate / FreeCards / CityLight etc.: Als Gag ganz nett (wir verwenden bei Unreal Exhibition die CityLights bei der Oper – das ist allerdings Teil des Ausstellungskonzeptes), aber für „Kleine“ kaum sbezahlbar. Und ohne flankierende Maßnahmen wie Fernseh- oder Radiowerbung werden die Plakate kaum wahrgenommen und sind damit nicht sinnvoll. Ein Plakat im eigenen Stammlokal oder in den Lokalen rund um den Ausstellungsort, ja, vielleicht – aber flächendeckend in der ganzen Stadt wohl kaum. Nicht flächendeckend schon gar nicht.
  • Schaltungen in Printmedien: Bezahlte Schaltungen sind teuer – und müssen öfter oder sehr groß gemacht werden um Wirkung zu zeigen. Unbezahlte Einträge zu bekommen ist…eine andere Geschichte. Wenn ihr einen Journalisten in eurem Bekanntenkreis habt, dann fragt ihn mal wie er am liebsten auf ein Thema aufmerksam gemacht werden will. Und wann. Davon kann man viel lernen…
  • Schaltungen in Radio und Fernsehen: wenn ihr das machen wollt meldet euch bitte bei mir. Ich lerne immer gerne Leute mit viel Geld kennen… Im Ernst: manchmal gibt es freie Slots, die sind erträglich teuer. Und meist zu einer unmöglichen Sendezeit. Bevor ihr das tut fragt euch einmal: wie oft hört ihr eine Werbung vom Kunsthistorischen Museum in Wien im Radio. Nie? Eben.
  • Ist das alles: Nein. Auch hier gilt: umschauen.

Ein Wort noch, vielleicht, zu dem viel strapazierten Thema „Monitoring“: wieviele „Freunde“ ich auf Facebook habe, wieviele „likes“ oder wie oft meine Website aufgerufen wurde: all das hat nur mittelbar wenn überhaupt etwas damit zu tun wie viele Leute dann tatsächlich auch kommen. Christian Henner-Fehr hat dazu einen guten Blog-Entry verfasst.

Ausarbeiten der Begleitmaterialien für die Ausstellung

Neben den Werken selbst gibt es bei Ausstellungen oft einiges an Druckwerk. Dazu gehören:

  • Kataloge
  • Flyer
  • Plakate
  • Ausstellungslisten
  • Preislisten
  • Visitenkarten
  • Bildbeschriftungen (diese kleinen Täfelchen neben den Bildern – und überlegt euch gut womit ihr die befestigt ;->)
  • u.v.a.m.

All das braucht Design,  Layout und will gedruckt werden. Das gilt besonders auch für die Banner die man oft am Eingang von Ausstellungen sieht. Je früher das getan ist, desto besser. Planung ist das halbe Leben – gerade hier. Ein Last-Minute Druckauftrag bei dem man nach der Lieferung sieht das auf dem Plakat „Austellung“ statt „Ausstellung“ steht (nicht fragen!), das ist nicht gut für die Nerven.

Die Vernissage / das Opening Event für die Ausstellung vorbereiten

Das Opening ist vermutlich der Zeitpunkt mit der größten Publikumsaufmerksamkeit. Und auch da braucht es Vorbereitung:

  • Was soll wo gezeigt werden? Ist es wem im Weg? Gut sichtbar? Braucht's ein Podest? Eine Husse?
  • Wer hält die Laudatio? Was wird sie/er sagen? Wann wird die Rede gehlaten?
  • Getränke und Snacks? Wer liefert die, wieviel und wo wird das Buffet aufgebaut? Sind genügend Gläser da und Servietten? Teller? Wer betreut das Buffet? Erfahrungsgemäß bleiben die Besucher länger wenn es was zu essen und trinken gibt. Das gilt besonders dann, wenn der Event unter der Woche ist und alle hungrig aus der Arbeit kommen.
  • Liegen alle notwendigen Infos aus? Ausstellungsliste? Preisliste? Promo Folder, Presse Folder und Kontaktliste? Visitenkarten?
  • Speziell im Winter: eine Garderobe. Sonst stehen alle im Mantel da und es ist ihnen heiss.
  • Reinigungsmaterial. Zum zwischendurch aufwischen – etwa wenn’s draußen schneit und der Boden aussieht wie ein Sumpf. Auch immer praktisch wenn mal wieder wer was ausleert.
  • Handkasse, Spendenbox, Rechnungsbons – speziell wenn etwas verkauft werden soll. Kataloge, zum Beispiel. Ah, und Kataloge gehören auch zu den Dingen die bei Ausstellungen üblich sind. Auch schön. Auch Arbeit.
  • Fotograf / Kameramann: gut für die Bearbeitung „danach“ und als Dokumentation des Events.
  • Versicherungen: eine Haftpflichtversicherung für den Fall der Fälle ist kein Fehler. Wozo? Bilder fallen gerne von der Wand und dem intelligenten Menschen der gerade daran herumgefummelt hat auf den Kopf. Beleuchtete Skulptur die Feuer fängt und die Location etwas aufheizt? Wem wird da nicht warm ums Herz. Die Werke selbst haben wir noch nie versichert. Aber bei uns sind das meist Bilder die sich gut reproduzieren lassen…
  • Wenn das Event im öffentlichen Raum ist: eine Genehmigung vom Magistrat. Aus aktuellem Anlass – die Herren von der Polizei waren aber recht freundlich zu uns .
  • Projektoren, Musik und was sonst noch so an technischem Equipment nötig ist.
  • Generell: wissen alle Beteiligten wann sie wo genau sein müssen? Nichts ist besser als – ohnehin nervös – auf den Laudator oder den Caterer zu warten.

So. Das sollte jetzt ein wenig illustrieren was bei der Vorbereitung einer Ausstellung vor sich geht. Und warum das wirklich viel Arbeit ist und einiges an Enthusiasmus braucht. Ich sage nicht, alles hier Erwähnte wäre unbedingt nötig - oder diese Liste wäre vollständig. Sicher nicht. Aber sie gibt vielleicht ein wenig Einblick warum wir knapp vor Ausstellungen immer etwas müde wirken…

Hängen einer Ausstellung: Eine kleine Hilfe

Alexander Mikula

Eine eigene Ausstellung zu machen ist spannend.

Und eine wirkliche Herausforderung; nicht nur künstlerisch sondern auch logistisch. Warum? Naja, wenn die kreative Arbeit fertig ist, dann beginnt die Abwicklung: Galerie finden, Plan der Räume besorgen/erstellen, Hängung planen (was kommt wo hin), Versicherungen abschließen, Bilder ausarbeiten lassen, Vernissage planen, Presseaussendungen, Einladungen, Newsletter, Werbung für die Veranstaltung (wer ist schon gerne alleine), Buffet organisieren, Redner nicht vergessen, Plakate drucken und Einladungen und viel viel mehr.  Das ist wirklich Arbeit. Aber was tut man nicht alles für die Kunst..

Eine der größeren Herausforderungen bei einer Ausstellung ist aber - zumindest für uns beide - das hängen der Bilder. Klingt einfach, ist es aber nicht.  Bei "Interchange - Wendepunkte" haben wir für das Hängen selbst etwa vier Stunden gebraucht. Und gut nochmals vier Stunden um alles für den Transport vorzubereiten.

 

Die Ganze hat dann so ausgesehen:

 

 

Dazu noch ein paar Tipps zur Hängung aus eigener Erfahrung:

Das ganze gehört genau geplant. Wozu? Naja, beim hängen am Sonntag zu wenig Nägel zu haben macht nicht wirklich Freude. Oder drauf zu kommen dass das tolle großformatige Bild mit 130x130 nicht in den Kofferraum passt. Oder das die Wände schräg sind und eigentlich Seile gut wären. Oder...

Wir haben uns eine kleine Liste an Dingen gemacht die beim hängen auf alle Fälle dabei sein müssen:

  • Bilder, verpackt mit Schutzflies, Blisterfolie und Kantenschutz. Zusammengehalten von Adhäsionsfolie und nicht mit Klebeband - das hat die Tendenz beim Auspacken am Bild kleben zu bleiben. Gerne vorne..
  • Leiter. Und zwar eine die hoch genug ist für den Raum
  • Weiße Handschuhe. Nichts ist lustiger wie Fingertapper auf glänzenden Oberflächen
  • Reinigungsmittel (da gibt es spezielle für Prints). Falls doch was auf der Oberfläche klebt
  • Werkzeug. Hammer, Zange, Schraubenzieher, Cutter, Spitzzange. Am besten die ganze Kiste
  • Maßband und Lineal. Am besten mit eingebauter Wasserwaage
  • Wasserwaage. Eine  dicke, lange Wasserwaage. Sehr gut wenn Bilder exakt untereinander hängen sollen..
  • Bleistift. Nicht lachen...
  • Schere. Alles mit dem Messer öffnen zu müssen macht keinen Spaß
  • Nägel. Da gibt es spezielle, mit einem drehbaren Kopf. Nicht sparen bei der Qualität und Menge. Nichts ist ärgerlicher als falsche/zu wenige Nägel
  • Seile, Klemmen etc. falls es ein Galeriesystem gibt. Wir mögen das nicht soooo toll.
  • Papier oder Karton. Zum Ablegen der ausgepackten Bilder, damit nicht das empfindliche Dibond am Boden herumschleift
  • Säcke. Irgendwohin muss das Verpackungsmaterial ja. Wir wollen die Bilder nach der Ausstellung ja wieder transportieren können
  • Gaffer Tape. Die Lebensversicherung
  • Rodel. Wenn was wirklich großes dabei ist
  • Den Plan für die Hängung
  • Werkbeschriftungen samt Befestigung
  • Staubwedel / Swiffer. Es ist immer was auf den dunklen Flächen...
  • Verbandsmaterial. Immer gut wenn ich dabei bin..
  • Großer Regenschirm. Schon mal Bilder bei strömendem Regen transportiert?
  • Telefonnummer der Galeristin. Falls wirklich was schief geht
  • Was zu trinken und Snacks. Hängen ist anstrengend und dauert.
  • Küchenrolle. Fette Finger. Nicht gut... 

Wenn alles geplant und dabei ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Eigentlich, denn irgendwas geht immer schief. Wir hatten diesmal Wände die gewölbt sind, unverrückbare Gegenstände, eine Stahltraverse dort wo Nägel hin sollten, eine eher hohle Wand, zu wenig Platz um die Großformate richtig auszurollen,...aber letztendlich hängt doch alles. Ruhe bewahren. Und genug Zeit einplanen. Dann geht das auch.

Es gibt zum Thema "Bilder hängen" ürigens ein wirklich empfehlenswertes Buch: Exhibiting Photography. Hat uns sehr geholfen...

 

Wozu ein Newsletter per Email?

Alexander Mikula

Jetzt haben wir uns also auch entschieden unter die Marketing Emailer zu gehen. Na toll. Noch wer der mit "Super-Sonderangebot! Jetzt! Schnell zugreifen!!" die ohnehin schon gequälte Mailbox noch mehr vollstopft. Braucht das wirklich wer? Und wer meldet sich dann auch noch für sowas? Und auch noch im Kunst/Kultur Bereich?

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Nach der ersten Welle an negativen Emotionen (Email ist ja so Jahrtausendwende) und mit ein wenig nachdenken kommt aber dann die Erkenntnis (naja, Christian Henner-Fehr war da auch nicht ganz unbeteiligt): Email hat nach wie vor einen höheren Stellenwert als die Menge an Informationen die an mir so in Facebook & Co vorbei wäscht. Bei einem Email nehme ich zumindest seine Existenz war und den Betreff; ein Post auf eine Social Media Plattform kann noch so interessant sein - wenn es in der Flut von Meldungen untergeht, werde ich es nicht wahrnehmen. Außerdem: ist wirklich euer ganzes Publikum auf Facebook? Ich kenne durchaus noch viele Verweigerer - und die wollen ja auch informiert werden, oder?

Vorausgesetzt der Adressat gehört nicht zur bemitleidenswerten Sippe der "ich kriege mehr als hundert Emails am Tag" geschädigten, dann sieht sie/er das Mail zumindest. Und wenn's dann einen Betreff hat der irgendwie anspricht und nicht nach dem neuesten Mittel gegen eingewachsene Zehennägel klingt (sorry für das Bild), dann macht sie/er das Mail vielleicht sogar auf. Und liest es. Und weil's nett formatiert ist und vor allem informativ, dann kommt der Inhalt vielleicht sogar an.

Für den Empfänger hat das den Vorteil das er gezielt vorbereitete Information (merke: Information, nicht Werbung) bekommt. Dann wenn sie relevant ist und in einer Form in der ich nicht befürchten muss was zu versäumen. Klingt das mit dem versäumen komisch? Lest ihr Blogs und habt ein schlechtes Gewissen wenn da +500 Einträge ungelesen sind? Na eben. Ich für meinen Teil habe sogar ein paar Magazine die mir ihre Artikel über einen Newsletter schicken. Praktisch!

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Wir als Sender haben von dem ganzen Aufwand (ich komme gleich dazu, keine Angst) den Vorteil das wir unser potentielles Publikum gezielt adressieren können, abgestimmt auf Interessen, nicht so leicht in der Informationsflut untergehen und auch noch nachvollziehen können was gelesen wird und was nicht. Außerdem kann man die Besucher einer Ausstellung eher dazu bringen ihren Namen und ihre Email Adresse anzugeben als sich eine Facebook Page zu merken und die dann für alle sichtbar einzubinden.

 Der üble Ruf der Mailaussendungen manchmal anhaftet kommt wohl eher von den allseits verhassten Spam Mails. Das hier ist aber etwas anderes: es ist gezielt, man muss sich explizit dafür anmelden (ein opt-on) und es unterliegt vor allem einer rigorosen Gesetzlichen Regelung. Zusätzlich schreibt man ja in einen Newsletter nicht irgendwas sondern redaktioniert den Inhalt – also keine automatische Vermatschung wie bei Paper.li. Und weil das aufwändig ist macht man das auch nur wenn man wirklich was zu sagen hat. Das ist normalerweise nicht zehnmal die Woche der Fall…

Zur Technik dahinter: eine Mail Aussendung vollständig ohne Tools machen zu wollen ist kaum sinnvoll möglich – allen der gesetzlich vorgeschriebene opt-in Prozess würde einiges an Aufwand bedeuten, von der Verwaltung der Listen ganz zu schweigen.

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Nach ein wenig Recherche haben wir uns für Mailchimp entschieden. Das Tool tut was ich von ihm will (Anmeldeprozess, Abmeldeprozess, Listenverwaltung, Analyse, Templates für das Design, Integrtion in Hoot..) und es ist vor allem für die ersten Schritte gratis (wenn ich die Pro Version brauche habe ich so viele Leute in meinen Verteilern das ich sie mir vermutlich auch werde leisten können; andererseits: so teuer ist das auch wieder nicht). Nach dem Einrichten des Accounts legt man seine Listen an, definiert die Formulare (das geht auch auf Deutsch, yey!) und kann – ein paar Adressen vorausgesetzt – schon seine erste Aussendung machen. Ist nicht wirklich schwer, die Bedienbarkeit ist gut, die Hilfe auch.

Somit haben wir also unseren eigenen Newsletter:

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Das Siegerfoto: Eine Betrachtung zu Fotowettbewerben

Alexander Mikula

Jetzt ist es passiert: ich habe ein Bild zu einem Fotowettbewerb eingeschickt und es hat gewonnen. Den ersten Platz sogar. Wie die Mitteilung gekommen ist habe ich mich gefreut. Jetzt wo ich das Heft (Photographie Ausgabe 5/2012) in Händen halte bin ich wirklich stolz. Mehr als eine volle Seite für das Bild, zweimalige Erwähnung meines Namens! Wirklich stolz.

Selbst wenn das kein Sieg bei einem international renommierten Fotopreis war, so ist meine Arbeit doch von einer Jury eines Magazins bewertet worden, das ich für durchaus brauchbar halte. Und ich bin froh mich letztendlich doch noch überwunden zu haben teilzunehmen.

Überwunden? Ja, überwunden. Ich habe meine eigene Meinung zu Wettbewerben, insbesondere "Leser Wettbewerben" habe. Deshalb war das auch mein erster Versuch mitzumachen (naja, der zweite. Der erste war Versuch war vor über zehn Jahren. Die Arbeit hat damals zwar auch einen Preis gemacht, ich rede aber nicht gern darüber. Das Bild fällt eher unter "Jugendsünde").

Deshalb ist es an der Zeit für ein paar retrospektive Erkenntnisse:

  1. Ein Bild zu einem Thema einsenden zu wollen bedeutet Bilder zu diesem Thema in seinem Portfolio suchen zu müssen. Gute Sache. Das eigene Portfolio zu durchforsten und auszumisten ist an sich nicht schlecht - das mit einem gegebenen Thema im Kopf zu tun eröffnet neue Blickwinkel auf die eigene Arbeit.
  2. Sich einem öffentlichen Wettbewerb zu stellen bringt einen selbst zur Frage ob man seine Arbeiten für reif genug hält um öffentlich gezeigt zu werden (wie auch bei Ausstellungen). Das klingt seltsam, wer fotografiert schon ausschließlich für sich und seine nächste Umgebung, aber zumindest bei mir existiert schon eine Hemmschwelle. Immerhin kennt man den Betrachter nicht. Vertrauen zur eigenen Arbeit und Selbstwertgefühl. Ich weiß. Die Frage nach dem Vertrauen in die eigene Arbeit explizit zu stellen ist aber sicher nicht schädlich.
  3. Bei einem Wettbewerb einer Organisation / eines Magazins teilzunehmen, deren bisherige Arbeiten einen nicht ansprechen ist wenig sinnvoll. Erstens will ich meine Arbeiten nicht mitten unter Fotos von Katzen und geknipsten Sonnenuntergängen sehen und zweitens ist die Chance da überhaupt genommen zu werden gering. Das ist nicht der Geschmack des Zielpublikums und am Ende wird auch hier nur ein Markt bedient (ja, ich schließe Kulturorganisationen hier ein). Und diejenigen die gerne Fotos von schönen Blumen sehen werden vermutlich mit abstrakter, konzeptioneller Fotografie nichts anfangen können. Das gilt natürlich auch anders herum. Mein wirklich entzückendes Foto unserer Schildkröte ist wohl eher nicht geeignet bei einem Wettbewerb mitzumachen wo alle anderen der brutalen und tristen Form der zeitgenössischen Fotografie anhängen. Nicht dass ich die nicht mag..
  4. Wenn man wirklich gewinnt, dann ist das schon gut für das Ego. Und wenn sich die Internetgemeinde und der Freundeskreis für einen mit freuen und Respekt zollen, dann ist das umso besser. Und das ist wiederum gut für Punkt 2...

Also los, hin und wieder mal an einem Wettbewerb teilzunehmen tut nicht weh, kostet nichts und hilft vielleicht auf dem eigenen Weg ein Stück weiter. Und Wettbewerbe gibt es wie Sand am Meer. Einfach mal in der weisen Müllhalde (dem Web. Passt doch, oder?) suchen oder gleich einen Feed wie den hier abonnieren.

Spass an der Freude

Alexander Mikula

Fotosessions müssen für alle Teilnehmer unterhaltsam sein. Das gilt besonders bei Jugendlichen/Kindern für die all die Aufmerksamkeit, Studiotechnik und fremde Umgebung oft ein wenig einschüchternd wirkt.

Warum also nicht einfach eine Perücke aus dem Fundus holen (diese hier ist von einer virtuellen japanischen Sängerin namens "Vocaloid") und damit ein wenig herumalbern?

Manchmal entstehen dabei auch wirklich "ernsthafte" Bilder wie dieses hier...

Es geht auch ohne Photoshop

Alexander Mikula

Einiges an Effekten läßt sich auch ohne langwieriger arbeit im Photoshop erledigen. So zeigt etwa "yowayowa camera woman" ihre Levitationen und wirkt dabei ... irgendwie unirdisch.

Was bei ihr so einfach aussieht ist allerdings für das Model doch auf dauer recht anstrengend. Das Ergebnis hat aber doch Unterhaltungswert - deshalb: Kamera nehmen, 1/500 Verschlusszeit, kleine Blende und jemanden suchen der gerne springt...

Do you allow Photoshop?

Alexander Mikula

People often ask: "Do you allow Photoshop?"

That is not the point. It's how good it is. We don't mind a Photoshopped picture if it makes a point. Just because you have used Photoshop, doesn't make it a good or bad image. It's just a tool to help you. It's what you do with that tool that counts.

(Terence Pepper, in "Professional Photographer")

 

Das gleiche gilt eilgentlich für Kamera (digital oder nicht) und all die anderen Spielsachen: a tool is just that - a tool...

Hinter der Fotografie ist kein reales Objekt

Alexander Mikula

Hinter der Fotografie ist kein reales Objekt, nur ein weiteres Bild

[Don Slater]

Das Bild einer Pyramide ist nicht das Bauwerk selbst sondern die Bild Idee einer Pyramide. Ein Foto kann - ebenso wie jedes andere Medium - die Wirklichkeit nicht abbilden, ist bestenfalls der Versuch die Bildidee des Fotografen zu vergegenständlichen. Was beim Betrachter ankommt steht in starkem Zusammenhang mit dessen erlernten und erfahrenen semiotischen Wissen, ist demnach geprägt durch das psychosoziale Umfeld. Es ist jedoch nicht notwendig ein ausgebildeter Semiotiker zu sein um zu erkennen das ein Foto nicht "wahr" ist, die Wirklichkeit nicht abbilden kann.

Trotz der Erkenntnis das es eine absolute Wirklichkeit nicht gibt (zumindest im nicht theologischen Sinne) da auch ohne vermittelndes Medium der Erkenntnisgewinn des Betrachters einer in der physischen Welt existierenden Szene von dessen Erfahrungsschatz - und damit von seiner Persönlichkeit - geprägt und damit nicht allgemein gültig ist doch die langläufige (emotionale) Meinung das die chemiebasierende (d.h. nicht digitiale) Fotografie ein gültiges Bild der Wirklichkeit ist, obwohl sie das zu keinem Zeitpunkt war (als Beispiel siehe "Carolling" von Henry Peach Robinson, entstanden 1887 sowie "The Two Ways of Life" von Oscar G. Rejlander entstanden 1857) und in Ermangelung einer absoluten Wirklichkeit auch nie sein konnte.

Die Annahme das "klassische" Fotografien eine ikonenhafte und gegen das abgebildete Objekt wahrhaftige Repräsentation der Wirklichkeit sind erscheint nun die digitale Fotografie inhärent ikonoklastisch, unrealistisch und irrelevant. Das mag aus dem Unwissen herrühren was ein Bild in wirklich ist, begründend sein in der generellen Angst vor neuen - und unverstandenen - Technologien (ohne unterstellen zu wollen das die Möglichkeiten zur Bildmanipulation in einer Dunkelkammer weithin bekannt sind) oder auch nur aus der Furcht entstehen das "Neue" würde das "Alte" vernichten. Dabei gibt es viele Gründe bestimmte Szenen analog zu fotografieren - und ebenso viele sich für bestimmte Aufnahmen der digitalen Technik zu bedienen. Welches Medium verwendet wird ist eine Entscheidung die einzig der treffen kann der sich aufmacht, eine Bildidee umzusetzen. Wie nahe das Ergebnis an der subjektiven Wirklichkeit des einzelnen ist wird in keinem Fall davon abhängig sein welches Medium gewählt wurde.

Von der irrealen Realität

Alexander Mikula

Fotomanipulation und Composing sind zwar nicht neu, jedoch bedurfte es zu ihrer weiteren Verbreitung erst der digitalen Revolution und ihrer computerisierten Hilfsmittel. Abgesehen von der vermeintlichen Abbildung der Wirklichkeit in nicht manipulierten Aufnahmen – besteht auch ein Unterschied in ihrem Wesen?

Was definiert das einfache, das nicht manipulierte Foto? Es sind Abbildungen von realen, zur gleichen Zeit am gleichen Ort befindlichen Objekten (seien das jetzt Menschen, Gegenstände oder Landschaften) bei denen nur die der dem Fotografen zur Verfügung stehenden optischen Mitteln (Blickwinkel, Brennweite, Bokeh,..) eingesetzt wurden. Die Nachbearbeitung ändert gegebenenfalls den Ausschnitt und lokale Helligkeiten, fügt dem Bild aber nichts gegenständliches hinzu. Der Großteil der fotochemischen Aufnahmen gehört zu den einfachen Fotos (mit wenigen Ausnahmen wie “Einsamer Großstädter” von Herbert Beyer), das gilt auch für alle seriösen Reportagen und selbstverständlich die so weit verbreiteten Schnappschüsse wie Familienbilder und Aufnahmen aus dem Urlaub auch wenn der Versuch gemacht wurde eine schöne oder künstlerische Abbildung zu erschaffen – unabhängig von der Aufnahmetechnik. Zu den einfachen Fotos zählt die Aufnahme von Tanta Berta genauso wie die Akte von Mapplethorpe.

Man kann sogar soweit gehen zu sagen die einfachen Fotos wären “Fotos” wobei die manipulierten in ihrem eigentlichen Sinn “Bilder” sind, da sie sich von fotografischen Prozess doch zunehmend entfernen, in ihm – wenn überhaupt – nur den Anfang nehmen.

Ein Foto kann aber in seiner ureigensten Wesensart und gebunden durch seine Entstehung nicht mehr tun als den Tod zu zeigen, Aufzeichnung zu sein einer Person, einer Landschaft, eines Objektes, das zum Zeitpunkt der Aufnahme war, nun nicht mehr ist und nie wieder genau so sein kann. Ein Foto ist – zum Unterschied zum Bild – Ausdruck von Vergangenem und vergänglichen, repräsentiert das “war” wie auch immer schön und idealisiert, ist verstaubtes Bild einer vergangenen Zeit. Das mag auch der Grund sein, warum uns das Betrachten von Fotos sentimental stimmt und es doch kaum eine Aufnahme vermag echte Emotionen in uns zu wecken (das gilt selbst für sehr intensive Fotos wie “Zurück von Entebbe” von Micha Bar-Am).

Und doch werden Tag für Tag zahllose Fotos gemacht, sind wir als Gesellschaft versessen unsere Umgebung abzulichten, sei es einfach nur geknipst oder auch wohl überlegt und konstruiert, mit großem Können oder einfach nur so. Dieser Drang bestätigt die Vermutungen von Susan Sonntag (”Über Fotografie”), Roland Barthes (”Die helle Kammer”) und anderen Autoren die sich der Fotografie als Thema angenommen haben oder auch die Wahrnehmung selbst betrachten (etwa Jean-Paul Satre, “Die Vorstellung”), dass der eigentliche Sinn eines Fotos darin besteht zu konservieren, ein kleines Stück Unsterblichkeit zu schaffen für den Fotografierten oder als Bestätigung des Seins zu dienen für den Fotografen.

Voices in my Head

Alexander Mikula

Wer hat sie nicht, die Stimmen im Kopf. Viele Stimmen. Für mich sind die wie ein guter Bekannter - auch wenn sie dazu neigen abgelenkt zu sein. Und aus irgend einem Grund ist immer mindestens eine Stimme dabei die den Donauwalzer pfeift.

Keine Ahnung, warum.